Verbinde dich mit der Natur

Die Strotzbüscher Mühle liegt am Üßbach, der sich im Laufe der Jahrhunderte seinen Weg durch das Schiefergestein geschliffen hat. Dadurch liegt die Strotzbüscher Mühle 70 m tiefer als das Dorf Strotzbüsch. Die abgelegene Lage inmitten der Wälder des Siebenbachtals haben dafür gesorgt, dass die Bewohner der Strotzbüscher Mühle schon immer relativ autark gelebt haben. Man lebte von und mit der Natur. Außer dem Bau der Mühle wurden hier Wege angelegt und Bewässerungsanlagen gebaut. Es wurde Vieh gehalten und Gemüse angebaut. Das Trinkwasser kam aus dem Bach und geheizt wurde mit einem Holzofen. Der Anschluss ans Elektrizitätsnetz kam erst in den 80er Jahren letzten Jahrhunderts, also vor erst 40 Jahren…

Bis zum heutigen Tag müssen wir durch die Lage der Strotzbüscher Mühle ziemlich selbstversorgend sein. Wir haben keinen Anschluss an öffentliche Wasserleitungen und Abwasserkanal. Die Überbrückung des Höhenunterschieds zwischen der Mühle und dem Dorf sind durch den felsigen Untergrund aus technischer Sicht gar nicht so einfach und deshalb teuer. Deshalb kommt unser Trinkwasser aus einer Quelle, die 50m von der Mühle entfernt liegt. Unser Abwasser läuft erst in einen septischen Tank und anschließend in eine Pflanzenkläranlage, die das überlaufende Wasser aus dem septischen Tank säubert. Danach strömt das saubere Wasser in den Üßbach. Fürs Heizen der Gebäude und Erwärmen des Wassers werden Holzblöcke im Holzvergaserkessel verbrannt. So müssen keine schweren LKWs mit Gas, Holzschnitzeln oder Öl den kleinen Weg ins Tal fahren. Denn das würden die meisten Fahrer nicht gerne tun, besonders im Winter. Und als Krönung des Ganzen nutzen wir die Kraft des Wasserfalls, die man schon vor 200 Jahren zum Mehlmahlen verwendet hat, um Elektrizität zu erzeugen. Den Strom verwenden wir selber oder speisen ihn zurück ins Netz, ähnlich wie bei Sonnenkollektoren. 

Die Lösungen waren offensichtlich

Eine reguliere Lösung für die Grundversorgung der Mühle war also nicht möglich. Zum Glück kamen Alternativen wie von selbst ans Tageslicht. Mit Wald und Wasser in der Nähe haben wir es gut getroffen. Die Lösungen lagen auf der Hand und passten auch noch hervorragend in den Kreislauf der Natur. Ich war letztendlich erstaunt mit welcher Leichtigkeit wir unsere Grundversorgung in Ordnung gebracht haben. Was mich dann besonders begeistert hat war, dass ich mir von der Tatsache bewusst wurde, dass ich selber auch Teil des natürlichen Kreislaufs bin. Dadurch, dass ich mich täglich damit beschäftige diese Kreisläufe am Laufen zu halten, werden sie weniger abstrakt. Sie werden besser sichtbar…. Und für mich zur normalste Sache der Welt. Natürlich weiß ich auch, dass die Möglichkeiten, die dieser einzigartige Ort bieten, ausschließlich an genau diesen Ort gelten. Für mich war es ein typischer Fall von Umdenken. Erst hat es leichte Panik verursacht, aber wenn die Hürde einmal genommen ist, ist die Genugtuung desto grösser.

Nachhaltiges Leben

Als Kind hatte ich die Idee, dass der Mensch nicht so gut für seinen eigenen Lebensraum sorgt. Ich hielt die Luft an, wenn ein LKW vorbei fuhr, denn es schien mir ziemlich ungesund weiter zu atmen. Auf Rat meines Vaters habe ich einmal eine Plastiktüte und ein Kerngehäuse bei uns im Garten eingegraben. Um ein Jahr später nur die Plastiktüte - ganz und gar intakt - wieder aus zu graben. Ich bin auch Mitglied geworden bei Greenpeace (das bin ich bis zum heutigen Tag) weil ich dachte: „wenn es der Erde gut geht, geht es mir auch gut.“ Gleichzeitig stellte ich mir die Frage, warum der Mensch die Erde verschmutzt, wenn alles, was nötig ist um etwas zu produzieren, von der Erde selber geschaffen ist. Mir fiel auch auf, das ein Hund niemals seinen eigenen Lebensraum verschmutzt, es sei denn, man führt in nicht Gassi. Für mich war das Grund genug, niemals auch nur ein Stückchen Papier auf die Straße zu werfen. Die Lösung schien mir eigentlich nicht so kompliziert. Aber je älter ich wurde, desto mehr verlor ich meine kindliche Naivität und stellte fest, dass viele Menschen gar nicht über Umweltproblemen nachdenken wollen. Ich fand, dass sie den Kopf in den Sand steckten. Tatsächlich tangierte die Diskussion, ohne dass es gesagt wurde, unterschiedliche Ansichten über die Frage, was Wohlstand und Wohlsein des Menschen eigentlich ist. Ich entdeckte, dass Meinungen gegensätzlich sein können, mit einer Sackgasse zur Folge. Dann wird viel geredet und wenig getan. Das ist etwas, was mich auch heute noch immer maßlos ärgern kann. Damals habe ich viel an meinen Überzeugungen gezweifelt. Zum Beispiel darüber, ob die Gruppe, mit der ich mich identifizierte, nicht Probleme kreierte, die es eigentlich nicht gab? Als junger Mensch fand ich nachhaltig leben einen Einbruch in meine Freiheit. Warum mussten wir unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren? Ich wollte was erleben. Im Auto, oder lieber noch im Flugzeug. Ich wollte die gesamte Fülle aller Möglichkeiten genießen, die der Mensch geschaffen hatten und die sich mir in meinem Leben boten. Denn wie kann man das Leben feiern, wenn man sich gleich Einschränkungen auflegt?

Der Upcycle

Und dann schrieben Michael Braungart und William McDonough das Buch „Cradle to Cradle“. „Angenommen, dass jeder ökologischer Fußabdruck wieder Nahrung herstellt oder Lebensraum ist für etwas anderes.“ Ich fand es großartige Ansichten. Die Autoren sagten, dass es keinen Abfall gibt und Beschuldigungen von Umweltaktivisten wiesen sie zurück. Das Buch dreht sich um das Entwickeln von Produkten bei denen die Frage „was kommt hiernach“ zentral steht. Was geschieht mit einem Auto, Buch oder anderen Produkten, die heutzutage entworfen werden und morgen ihren Gebrauchswert verlieren. Braungart und McDonough sehen jedes Unterteil eines Entwurfes als Leihgabe. Eines Tages kehrt es in den biologischen oder technologischen Kreislauf zurück. Es ist die Aufgabe des Designers, um jedes Teil in dem gleichen guten Zustand, in dem man es angetroffen hat, zurück zu versetzen. Wie es sich gehört, wenn man etwas leiht. Nimm zum Beispiel den Nießbrauch eines chemischen Produkts. Man darf den Stoff für sein Produkt einsetzen. Man verwendet den Stoff erneut, um ihn nach Gebrauch an ein anderes Produkt weiter zu geben, ohne dass zwischendurch der biologische oder technologische Kreislauf angegriffen werden. Entwirf ein Produkt also für eine spezifische Gebrauchsperiode, mit dem nächsten Wiedergebrauch in Gedanken und dem nächsten Wiedergebrauch. In 2013 erschien das Buch „Intelligente Verschwendung“ (orig. „Upcycle“) von den selben Autoren. Das Buch behandelt die These, dass jeder ökologischer Fußabdruck Nahrung generiert oder Lebensraum ist für andere. Dieses Mal geht es nicht so sehr um intelligentes Design, sondern wie man, durch ständig neue Innovationen (und nicht mit der Haltung „beinah gut ist gut genug“) sich immer dichter an die richtige Art und Weise herantastet, den unversieglichen Akku der Erde zu nutzen und wie man damit Überfluss und Gewinn kreiert (der Upcycle). Es ist eine visionäre Geschichte und was mich persönlich sehr anspricht, ist, dass es eine Vision ist aus der viel Lebensfreude spricht. Dafür müssen wir grundsätzlich anders umgehen mit der Natur. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, und da drückt der Schuh auch etwas.

Moeder natuur maakt het niets uit

Aber… schon wenn man nur aus dem Fenster guckt kann man sehen, dass der Gedanke, dass Mutter Natur „gibt“ romantisch ist. Ihr Ziel ist eindeutig. Sie gibt, wie eine richtige Mutter (das schon), neues Leben und sie weiß genau, was dafür nötig ist, …. Sterben zum Beispiel…. Dazu kommt, dass wir Menschen dabei für sie nur Teil des Ganzen sind. Ob es uns gibt oder nicht, ist nicht wichtig. Wir sind zufälliger Weise Teil ihres Systems, ihres Kreislaufs, eine andere Wahl gibt es nicht. Und natürlich ist es nicht einfach, zu akzeptieren, dass es eine „andere Wahl“ nicht gibt oder würde ich mich darauf freuen, zu sterben. Außerdem möchte ich natürlich ein „gutes“ Leben für mich und meine Liebsten, und das will ich jetzt. Aber wie wäre es, wenn „Widerstand“ nicht relevant wäre und es keinen Sinn hätte, mich dadurch verführen zu lassen. Das Einzige was mir bleibt, was uns allen bleibt, ist über unseren menschlichen Schatten zu springen.

Verandering kwelt ons

De Upcycle is een manifest voor een veilige, gezonde en eerlijke wereld met schone lucht, schoon water, schone grond en schone energie, waar we op een spaarzame, rechtvaardige, ecologische en verfijnde manier van genieten. Wetenschappers, bedrijven en bestuurders zijn het er wel over eens wat nodig is om onszelf op te nemen in de natuurlijke upcycle van het leven. Dagelijks zijn er mensen bezig allerlei processen zo in te richten dat het DNA van dat proces of product past in de beschreven kringlopen. Maar uiteindelijk gaat het om een mentaliteitsverandering die niet zozeer leidt tot een fundamentele ander omgang met de natuur, maar tot een verandering van onze eigen natuur. En dat is lastig, omdat wij niet zo houden van veranderingen. De onzekerheid voor datgene wat we niet echt kunnen voorspellen is namelijk vaak een kwelling. Meningen worden vaak hoofdzakelijk uitgedragen op basis van een gevoel in de onderbuik. Maar de complexiteit van een “goed” besluit en dus het in gang zetten van een verandering, vraagt om zoveel meer dan dat. Waar de wetenschap voor een besluit zoekt naar feiten, zoek de mensheid naar een rechtvaardiging van haar gevoelens en emoties. Ik ben er van overtuigd dat een verfijning van het menszijn, bij zal dragen aan betere besluitvorming in het algemeen. Die verfijning kan je leren. 

Verfijning kan je leren

Nimm dafür den Weg nach innen, ins Reich des Seins, wo dir alles vielleicht nutzlos vorkommt. Denn wozu dient eine Wanderung im Wald, was ist der Nutzen von Poesie? Was darf so ein Wald übrigens kosten? Wie teuer ist Stille? Was ist der Wert von Licht, vom Mond, von Sternen, der Sonne…. Von Liebe? So leicht ist sie zu umarmen, und doch so ungreifbar. Ein Paradox, mit dem jeder Mensch zu tun hat. In diesem dauernden Spagat müssen wir Raum schaffen, um singen zu können, heulen zu können, zu lachen, beten, arbeiten, zu bewundern (Sänger Ramses Shaffy). Wenn man sich wirklich verbindet, begreift man immer besser, wer man ist, wer „wir“ sind und bekommt man Einsichten ins eigene Handeln, upcycle dich selber, lassen wir einander upcyclen!

Hans 13-11-2020

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