Die Pilzwoche

Wenn das Licht noch in den Blättern hängt, kommen die Pilze aus dem Boden 

Das ist der Moment (von 22 bis 29 September) wo der Pilzexperte Jochen Janzer eine Woche lang zu Gast ist auf der Strotzbüscher Mühle. Er unternimmt Spaziergänge durch den Wald auf der Suche nach Pilzen. Er wird viel über Pilze erzählen und vor allem wie man sie lecker zubereitet. Jeder ist herzlich eingeladen, diese Woche „wirklich draußen“ mitzuerleben.

Biologie

Jochen Janzer sagt, dass für ihn der Boletus „rote Pappel“ der schönste Pilz ist. Jochen betont, dass Pilze keine Pflanzen sind, sondern Bakterien, die unter der Erde ein großes Netzwerk aufbauen. Solche Netzwerke können Hunderte von Quadratmetern groß werden. Über das wie und warum ist noch sehr wenig bekannt. Aber wenn du einen Pilz pflückst, entfernst du eine Frucht aus dem Netzwerk, die zufällig aus dem Boden herausgewachsen ist. Obwohl „zufällig“… haben viele Pilze eine Vorliebe für eine bestimmte Baumart und gehen eine besondere Symbiose ein. Wenn du auf der Suche nach einem ersten Anhaltspunkt bist….

Experte

Janzer gilt als einer der besten Pilzkenner in Deutschland und er ist Mitglied der deutschen Gesellschaft für Mykologie (das ist der Teil der Biologie, der Pilze und Bakterien untersucht). Obwohl er sagt, ein Neuling in der Mykologie zu sein, ist das falsche Bescheidenheit. Aber es zeigt, wie komplex und interessant die Sache eigentlich ist.

Die Führung, Identifizierung

„Sieht schön aus!“ Jochen erkennt einen Pilz, an dem jeder andere Wanderer leichtsinnig vorbeigegangen wäre. Von wirklich wandern kann eigentlich keine Rede sein, Denn an jedem Baum macht die Gruppe einen Stopp und die Pilze werden ausgiebig besprochen. Es ist erstaunlich, wie viele Pilze im Wald essbar und sehr schmackhaft sind. Aber Vorsicht, es gibt auch giftige Pilze, sagt Jochen, z.b. der Karbolchampignon. Dieser ist für einen Laien nicht von den Pilzen zu unterscheiden, die wir wahrscheinlich alle schon mal gegessen haben.

Essen

Nach einem Tag im Wald wird die „Ausbeute“ noch einmal auf einem Tisch ausgebreitet, angesehen und verglichen. Und dann ab in die Pfanne damit. In der Regel sind nur 12 verschiedene Arten von Speisepilzen im Handel erhältlich. Es ist wirklich etwas Besonderes, eine Linsensuppe zu essen, in der 69 verschiedene Arten von Pilzen verarbeitet werden. Sophie wird mit Hilfe von Jochen, der auch ein begeisterter Koch ist, eine Woche lang die leckersten Pilzgerichte auf den Tisch bringen.

Was kostet es ?

Bei 10 Teilnehmern kostet die Woche € 400,- pro Person. Es beinhaltet 6 Nächte im Einzel- oder Doppelzimmer, inklusive aller Mahlzeiten, zubereitet von einer begnadeten Köchin. Und natürlich die weisen Worte von Jochen Janzer.

Rezept: Lauch-Kuchen mit Steinpilze und Johannisbeeren

  • Blätterteig (genug für in eine Springform)
  • 2 große Stangen Lauch
  • eine handvoll Johannisbeeren
  • 400 Gramm Steinpilze
  • 1 Ei
  • 80 ml Sahne
  • Butter
  • Pfeffer, Salz, Muskatnuss und eine Knoblauchzehe

Fette die Springform leicht mit Butter ein und fülle sie seitlich und den Boden mit Blätterteig aus. Den Lauch waschen und in dünne Streifen schneiden. Mit einem trockenen Tuch die Steinpilze abputzen und dann in kleine Stücke schneiden. Den Lauch in Butter anbraten und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Steinpilze im Butter anbraten und Knoblauch dazu geben. Steinpilze und Lauch zusammen in eine Pfanne geben und Ei und Sahne untermischen.  Die Mischung, in der mit Blätterteig ausgelegten Springform, verteilen. Das Ganze kommt 25 Minuten bei 180 Grad in den Backofen.